Detailinformationen
TAKÁCS, Jenö - Suite arabe op.15 für zwei Klaviere (1929) < zurück
Titel: Suite arabe op.15 für zwei Klaviere (1929)
Dauer: 16'
Bestellnr.: 01 961
op.: op. 15
Inhalt:
Ouverture – Naenie (quasi Improvisation) – Wiegenlied– Danse Arabe

Beschreibung:
Die Schaffensperiode des Komponisten in den Jahren 1927 bis 1938 ist gekennzeichnet durch weltweite Konzert- und Vortragsreisen, durch Lehr- und Forschertätigkeit in Ägypten und auf den Philippinen. In Kairo wurde Takács 1927 zum Professor für Klavier am Conservatoire de Musique ernannt, wo er insgesamt 8 Jahre lang unterrichtete, unterbrochen durch einen zweijährigen Lehrauftrag für Klavier und Komposition an der University of the Philippines in Manila.
Sein Interesse an nordafrikanischer Musik führte bald zu Werken, in denen er Aufzeichnungen arabischer Musik getreu übernahm oder ihrem musikalischen Gehalt nach verarbeitete.

Musterbeispiel dafür ist die „Suite Arabe“, zunächst als Konzert für Klavier und Orchester skizziert, im endgültigen Werkverzeichnis als Komposition für zwei Klaviere angeführt.

In der Ouverture verarbeitet Takács Aufzeichnungen traditioneller ägyptischer Musik.

Der zweite Satz (Naenie = Klagegesang) sucht die Atmosphären und Spieltechniken des Kanoun, eines gezupften Saiteninstruments der Araber, nachzuahmen; wobei die schriftliche Fixierung den Eindruck des Improvisatorischen erwecken soll.

Das Thema des dritten Satzes – „Wiegenlied“ überschrieben – hat Takács selbst im Stil arabischer Musik erfunden; Eineinhalbton-Schritte und eine monotone, die gleichen Motive ständig wiederholende Begleitung sind dafür charakteristisch.

Als „wildes Reiterstück“ bezeichnet der Komponist den vierten Satz: das rhythmisch-motorische Element überwiegt darin, Begleitfiguren werden aus der Thematik entwickelt, die imitierenden Gegenstimmen schaffen ein dichtes kontrapunktisches Netz mit Cluster-ähnlichen Verdichtungen.

Arabische Musik wird ihrer Natur entsprechend schriftlos tradiert; diesem Umstand trägt Takács in Überleitungen Rechnung, die zwar den Ausführenden keine freie Improvisation ermöglichen, jedoch den Eindruck freier Handhabung des musikalischen Materials erwecken.
(Wolfgang Suppen, in: Jenö Takács – Dokumente, Analysen, Kommentare. Eisenstadt 1977)

(Das Werk wurde auf CD eingespielt: Jenö Takács – Das Klavierwerk Vol. 5, Eduard & Johannes Kutrowatz, PEP 98 205 – extraplatte)

Preis(in €): 18,95