Detailinformationen
WOLFGANG, Gernot - New England Travelogue für Klavierquintett (2008) < zurück
Titel: New England Travelogue für Klavierquintett (2008)
Dauer: 17'
Bestellnr.: 07 270
Inhalt:
1. Vineyard Reggae / 2. Vermont Magic / 3. Inman Square / 4. Mount Desert Island 

Beschreibung:

„Als ich in den 80ern in Boston lebte, verliebte ich mich in die schönen und unterschiedlichen Regionen Neu Englands. Als ich den Auftrag für dieses Stück bekam, beschloss ich, mich musikalisch an Orte zu erinnern, die ich im Laufe der Jahre besucht hatte.

Der erste Satz, Vineyard Reggae, ist von einem Sommerabend inspiriert, den ich vor einigen Jahren in Edgartown in Martha’s Vineyard verbrachte. Gruppen von Leuten schlenderten in Restaurants, Eissalons und Geschäften ein und aus, alle in Ferienlaune, wie auf einer großen Party. Das Stück beginnt in dieser Stimmung und nimmt uns dann mit auf einen Nachtspaziergang durch die Straßen von Edgartown. Nach einer Weile klingt die Partystimmung ab und die Straßen leeren sich. Die Stadt wird ruhig, und die Musik spiegelt das in einer Spätnacht-Frühmorgen-Stimmung. Das Stück wird karger und friedlicher, bevor es beim ersten Tageslicht wieder Energie sammelt und uns optimistisch in den neuen Tag geleitet. Zuletzt erreichen wir das Ziel unseres Spaziergangs, öffnen die Tür, treten ein – und die Tür schließt sich mit dem Ende des Satzes.

Vermont Magic schildert die Erinnerung an eine weihnachtliche Fahrt im Northeast Kingdom, einer sehr speziellen Landschaft dieses Bundesstaates. Es war eine klare Mondnacht, und wir führen auf einer schmalen Landstraße durch einen immergrünen Wald. An einer Stelle stiegen wir aus. Alles war schneebedeckt und alle Geräusche waren gedämpft. Schneestaub fiel langsam von den Bäumen, in Mondstrahlen gefangen.
 
Inman Square in Cambridge war in den späten Achtzigern die Heimat einiger Jazz-Clubs, die auf den gegenüberliegenden Seiten des Platzes angesiedelt waren. Die Musik fängt die Energie ein, die aus diesen Clubs ausstrahlte, die Spannung der ein- und ausströmenden Gäste und die Klangfetzen von Hochoktan-Jazz, die man hörte, wenn sich die Türen einen Moment lang öffneten.
 
Mount Desert Island im Arcadia Nationalpark in Maine besitzt viele ruhige Seen. Ich erinnere mich an die Stille, manchmal unterbrochen von Geräuschen der Waldtiere. Die spiegelglatte Wasserfläche wurde hin und wieder zerbrochen von einem auftauchenden Fisch oder vom Landen oder Auffliegen eines Wasservogels. Insekten tanzten über dem Wasser in einer Atmosphäre ruhiger Heiterkeit.
 
Gernot Wolfgang, Los Angeles, Mai 2009

Preis(in €): 45,00