Detailinformationen
SCHMIDINGER, Helmut - ... für den der heimlich lauschet... Kammermusik für Klavier und Orchester (2012) < zurück
Titel: ... für den der heimlich lauschet... Kammermusik für Klavier und Orchester (2012)
Dauer: 28'
Bestellnr.: Aufführungsmaterial leihweise
instr.: 2/2/2/2 - 2/2/0/0 - 3 Perk. - Streicher (solo)
Beschreibung:

Das Stück ist eine Maßarbeit, sprich ein „Wunschkonzert“ für  den Pianisten Clemens Zeilinger.
Die beiden Künstler verbindet eine lange Wegstrecke miteinander, die folgende Vorgeschichte hat: Zeilinger, der von 2010 bis 2012  zwei Saisonen Artist in Residence am Linzer Brucknerhaus war, wünschte sich zum Ausklang dieses Abschnittes die Uraufführung eines Klavierkonzertes mit Orchester, aber ohne Dirigenten. Und Schmidinger nahm die Herausforderung an, dieses „extra dafür zu komponieren, dass es ohne Dirigenten funktioniert“. Eine Vorgabe, die ihn zu folgender Lösung führte: „Um eine gesicherte zeitlich-optische Koordination zu gewährleisten, ohne dem Pianisten eine dritte Hand abzuverlangen, habe ich eine spezielle Orchesteraufstellung entworfen. In dieser kann der Pianist in direktem Augenkontakt mit den Perkussionisten kommunizieren, die ihrerseits wieder mit ihren  ,Schlagbewegungen‘ die jeweiligen Streicher- bzw. Bläsergruppen  koordinieren können.“ Für den Titel der Komposition hat Schmidinger ein Zitat aus Friedrich Schlegels Gedicht Die Gebüsche ausgewählt. Denn: „Ich lese darin einen musizierimmanenten Hinweis, dass im Musizieren ohne Dirigenten das ,heimliche Lauschen‘, das GUTE ZUHÖREN eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen ist – groß besetzte Kammermusizierkunst auf höchstem Niveau.“ Vom Ensemble Das Karussell, dem er seine Uraufführung anvertraut, kennt Helmut Schmidinger „zwar die meisten Einzelmusiker, den ganzen Klangkörper aber noch nicht“. (aus dem Programm des Brucknerfestes 2012)


Rezension:

(…) Dem Zuhörer eröffnet das Werk, das mit einer Art Urknall der Becken beginnt und in dem es fortan spannungsgeladen brodelt wie in einem Dampfkessel, ein breites Feld an Assoziationen. Immer wieder mischen sich donnergrollende Paukenwirbel bedrohlich unter die Instrumentengruppen, deren Klangmöglichkeiten der Komponist geschickt ausgeschöpft hat. Im heller, freundlicher klingenden Mittelteil mag sich der Vergleich mit einem surrenden Insektenschwarm, flimmerndem Licht auf einer Wasseroberfläche einschleichen, vor einem „Finale furioso“. (…) (Karin Schütze, OÖ Nachrichten, 17.9.2012)

(…)Die motivisch gebauten vier Sätze haben eine starke inhaltliche Aussage in der Sprache tradierter Muster, ihr (be)rauschender Feinklang kommt aus einem besonders farbig instrumentierten Orchester, das auch packende rhythmische Passagen vorantreiben, „…für den, der heimlich lauschet …“ (Friedrich Schlegel) nennt der mehrfach preisgekrönte Komponist sein Werk und meint damit gutes Zuhören. Das Publikum tat dies und spendete der Novität mit Bravi durchsetzten Beifall. Schmidingers Musik wird ihren Weg machen. Das groß besetzte Kammerorchester bewies Freude und Sensibilität, der nicht leichte Klavierpart ist reizvoll für Pianisten, Zeilinger griff bei der Gestaltung auch vom Pult aus enthusiastisch ins Geschehen ein. (…)
(Georgina Szeless, Neues Volksblatt, 17. September 2012)

(…)Das in Struktur, Artikulation und Klanggestaltung unterhaltsame Bravourstück provozierte zurecht langen Beifall!
(Balduin Sulzer, Kronen Zeitung OÖ, 17.09.2012)