Detailinformationen
BRANDMEIR, Sebastian - Tee um drei. Eine neue Musicaloperette (2012) < zurück
Titel: Tee um drei. Eine neue Musicaloperette (2012)
Dauer: abendfüllend
Bestellnr.: Aufführungsmaterial leihweise (in Vorbereitung)
Florian STANEK
Inhalt:

2008, das Jahr, in dem die Immobilienkrise Großbritannien erreicht. Doch es ist nicht nur ein bewegtes Jahr für die Wirtschaft des Landes, sondern auch für den kleinen LKW-Fahrer Joe Kaschemski im Londoner Vorort Tooting. Als die Krise sich auch auf sein privates Leben ausweitet und seine amourösen Pläne durchkreuzt, beschließt er, alleine den Kampf gegen die übermächtige Immobilienmafia aufzunehmen - mit seinen ganz speziellen Mitteln: Durch eine Verwechslung gelingt es Joe, sich als Besitzer des Lodoner Ritz-Hotels auszugeben, eine Gelegenheit, die er nützt, um Rache zu nehmen an den Konzernen, die sein Glück gefährden. Schließlich kommt es zum großen Showdown im legendären Nobelhotel. Aber wird Joe diese letzte große Prüfung meistern?

"Tee um drei" erzählt von einer abenteuerlichen Suche nach der großen Liebe und beleuchtet satirisch brandaktuelle politische Geschehnisse. Musikalisch angesiedelt zwischen den Genres Operette und Musical lässt das Stück auch inhaltlich zwei Gesellschaftsrealitäten aufeinander treffen - beim Tee um drei.


Rezension:

Es ist wirklich passiert: Ein Unbekannter gibt sich als Mittelsmann aus, der in London das berühmte Hotel Ritz zum Verkauf anbietet. Eine geldgierige Immobilienkanzlei prüft nicht nach und organisiert einen Vorschuss von einer Million britischer Pfund. Diese Begebenheit nahmen die beiden jungen Musicalstudenten Sebastian Brandmeir (Musik) und Florian Stanek als Ausgangspunkt (Buch und Texte), dass sie ihrer Ausbildungsstätte, dem Konservatorium Wien Privatuniversität, und den Bühnen allgemein zum Abschluss schenkten. Nur vier Aufführungen gab es – und wer nicht da war, hat wirklich was verpasst.
Es war zum einen die Leichtigkeit und das Tempo, mit der die kleinen, knappen Geschichten der acht Hauptdarsteller von Regisseurin Isabella Fritdum erzählt wurden. Liebenswürdige Charaktere, die von einem dramatischen Ereignis ins nächste flüchteten. Für diese Boulevardkomödie hatte Marcus Tesch dazu noch große und tänzerische Choreographien parat. Alles mit der Tendenz zum Stil des Musicals aus den guten alten Zeiten – aber so spritzig und witzig von heute. Das Bühnenbild reduzierte sich auf Möbel, die choreographiert auf die Bühne gebracht wurden, und bot Projektionen für die verschiedenen Spielorte in London. Viele Kostüme – und Kostümwechsel – ließen optisch ebenso nichts vermissen.
Musikalisch sicher präsentierten sich die 17 Studenten, die von László Kövi am Flügel und seinem Miniorchester mit Cello, Bass, Schlagwerker und -zeuger wunderbar begleitet wurden. Die vielfältigen Tanzstile begeisterten, ebenso die sängerischen Leistungen und auch die zahlreichen Anspielungen und Parodien. (...)

„Tee um drei“ ist reich an Liedern – vielseitig verwoben und bezaubernd. Viele Melodien wie das Titellied, „Weltberühmt“ und „Plötzlich verzaubert“ bleiben im Ohr und das Finale mit seinem „tock, tock, tock, wer steht draußen vor der Tür“ ist ein echter Ohrwurm. Wiederholung ausdrücklich erwünscht und ein Wiedersehen mit allen Studenten.
(Frank Wesner, Musical & co.net)