Detailinformationen
SCHEDL, Gerhard - Streichtrio (1991) < zurück
Titel: Streichtrio (1991)
Dauer: 15'
Bestellnr.: 06 033 / Stp. 663
Beschreibung:

„Waren das ‚starke Bedürfnis nach expressivem Ausdruck‘ und der ‚Mut zu einer sehr persönlichen, subjektiven Klangsprache‘ für Christian Altenburger stets auffällige Charakteristika von Schedls Musik sind, so kommen auch im Streichtrio (1991) seiner Beschreibung nach ‚dazu noch ein starker virtuoser Anspruch und eine breite Palette instrumentalspezifischer Effekte, die den Grundcharakter der einzelnen Sätze unterstützen und verdeutlichen. Die drei Instrumente sind in ihrer Funktion absolut gleichberechtigt, wodurch die Homogenität des Klangbildes und die Dichte der Spannungsbögen noch verstärkt wird. Schedls [...] Opus besteht aus zwei kürzeren und einem längeren, mehrteiligen Satz, wobei die einzelnen Sätze und Teile – bis auf eine kurze Pause nach dem zweiten Satz – fließend ineinander übergehen und damit gegensätzliche Charaktere unmittelbar gegenübergestellt werden. Der erste Satz – Lento – ist geprägt von kurzen, zeitweise fast nervösen Elementen in allen drei Instrumenten, die einander im größtmöglichen dynamischen Kontrast gegenübergestellt sind. Auf den ersten Satz folgt nahtlos ein kurzes, sehr melodisches und im Charakter schlicht gehaltenes Andante. Der Finalsatz konzentriert sich auf zwei energische, virtuos und rhythmisch bestimmte Allegro-Blöcke, die von kurzen, frei ausschwingenden Adagioteilen umrahmt sind. Am Ende schließt sich der Kreis: ein langgehaltener Flageolettakkord verklingt fast bis zum Nichts, dem Punkt, an dem der Komponist das Stück beginnen lässt.‘ – Das im Auftrag der KölnMusik entstandene Werk erlebte seine Uraufführung 1993 in der Kölner Philharmonie, wobei es damals von Orchesterwerken und Kammermusik Schedls und – Johann Sebastian Bachs umrahmt wurde.“ (Christian Heindl, 2003)


Rezension:

The 1991 String Trio is dominated by dark intensity, slow tempos and tightly interwoven strings that throb or keen in lament. The funereal tread measured out by slow pizzicatos that emerges early in the work suggests an explicitly elegiac purpose, as do some highly-distilled references to the melodic lines in Bartok’s Music for Strings, Percussion, and Celesta that inexorably contract to a single, pulsing unison. Allusions to the B-A-C-H motive also appear, adding yet more grave tradition to shadow the work. Though it never reaches a climactic catharsis despite some extended outbursts of agitated activity, the Trio does at last slide into a quiet, consonant cadence. If there’s no victory, there is at least calm acceptance. It’s hard not to interpret this as a reflection of Schedl’s existential dilemma. (
(Mark Lehman, AMERICAN RECORD GUIDE, March/April 2014)